Wasserschaden

Alle 30 Sekunden ein Wasserschaden

noah

August 24, 2020

Alle 30 Sekunden passiert ein Wasserschaden in Deutschland

Die Kosten für Wasserschäden sind im Laufe der letzten 17 Jahre (2000-2017) auf Rekordniveau gestiegen. Statistische Untersuchungen zeigen, dass alle 30 Sekunden in Deutschland ein Rohr platzt, sich eine Dichtung löst oder eine Armatur leckt. Daraus ergibt sich eine Erhöhung von 20% an gemeldeten Leitungswasserschäden. Laut des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft GDV mussten im 2018 von Versicherungen rund 2,94 Milliarden Euro erstattet werden.

Laut GDV werden die meisten Wasserschäden durch platzende Rohre in 40 bis 45 Jahre alten Gebäuden gemeldet. Auf 1000 Verträge kommen 77 Schäden. Häuser bis zu 15 Jahren sind auf Grund ihres Alters seltener betroffen. Hier werden nur 15 Wasserschäden verzeichnet. Dennoch gilt, je jünger das Gebäude desto höher die Schadenssumme.

Poröse Verbindungsstücke oder Dichtungen bilden die Hauptursache für einen Wasserschaden

Laut einer aktuellen IfS-Studie zählen Rohrbrüche nicht zu den Hauptursachen von Wasserschäden. Gut 25% werden durch poröse Verbindungsstücke oder Dichtungen hervorgerufen. Knapp dahinter (24%) liegen defekte Geräte oder Bauteile. Rohrbrüche, die häufig eine versteckte Gefahr darstellen, sind in 20% der Fälle für feuchte Wände, Böden und Schimmel verantwortlich.

Neben alten Rohrleitungen und porösen Dichtungen, sind Installationsfehler eine häufige Ursache für Wasserschäden. Fast 40% der Wasserschäden sind dadurch entstanden.[5] Mangelndes Fachwissen von Heim- und Aushilfshandwerkern führen beispielsweise zu undichten Rohrverbindungen, leckenden Warmwasserspeichern oder falsch montierten Armaturen. Besonders gefährlich: Bei vielen Unterputz-Montagen werden Leckagen nur unzureichend oder gar zu spät entdeckt. Eine fachgerechte Installation ist deshalb besonders wichtig.

Vorgehen bei Wasserschaden: Versicherung informieren & Schaden dokumentieren


Ist das Unerwünschte eingetreten und ein Rohrbruch oder eine Leckage hat Ihre Wohnung unter Wasser gesetzt, heißt es Ruhe bewahren und die richtigen Maßnahmen einleiten. Um bei der Gebäude- bzw. Hausratversicherung bei Wasserschaden eine schnelle und erfolgreiche Schadensregulierung einzuleiten, sollten Sie nach dem Beauftragen eines Fachhandwerkers zusätzlich sämtliche Schäden durch Fotos aus unterschiedlichen Perspektiven dokumentieren. Hierzu zählen nicht nur Einzelfotos beschädigter Hausratgegenstände, sondern auch Totalaufnahmen von beschädigten Räumen bzw. Bereichen des Wohngebäudes.

Treffen Sie anschließend alle nötigen Maßnahmen, um weitere Folgeschäden zu verhindern. Dazu kann unter anderem Folgendes zählen:

  • Schließen Sie alle Wasserleitungen und Wasserhähne (evtl. inklusive Haupthahn).
  • Schalten Sie die Stromzufuhr für die relevanten / betroffenen Wohnbereiche ab.
  • Sichern Sie alle beweglichen Hausratgegenstände vor dem Wasser und bringen Sie diese in einen trockenen Bereich.
  • Identifizieren Sie die Quelle bzw. das Leck des austretenden Leitungswassers – falls nötig, kontaktieren Sie hierfür einen Spezialisten.
  • Sofern möglich, entfernen Sie das Wasser aus den betroffenen Bereichen.
  • Bei großen Wassermassen: Rufen Sie den Sanitärnotdienst bzw. die Feuerwehr zum Abpumpen des Wassers.

Um bei der Versicherung eine Schadensregulierung einzuleiten, sind Sie verpflichtet, den Schaden umgehend beim Versicherer zu melden. Wird in einem späteren Gutachten festgestellt, dass Sie dieser Pflicht zu spät nachgekommen sind oder Ihnen grobe Fahrlässigkeit vorgeworfen werden kann, zahlt die Versicherung womöglich nicht für den entstandenen Schaden.


Schadensregulierung bei Wasserschaden an Hausrat & Co.


Wie schnell nach dem Wasserschaden Ihre Versicherung die Schadensregulierung abwickeln kann, hängt davon ab, wie detailliert und umgehend die Schadenmeldung durch den Versicherten erfolgt. Zudem ist die Dauer der Schadensregulierung auch vom individuellen Versicherungsfall und vom Umfang des Reparaturaufwandes und vom Gesamtschaden abhängig. Vom Wasser beschädigter Hausrat muss zudem bis zum Zeitpunkt der Erstattung aufbewahrt werden.

Neben dem eigentlichen Wasserschaden an Gegenständen oder am Wohngebäude zahlt die Hausrat- bzw. Wohngebäudeversicherung im Übrigen unter Umständen auch für darüberhinausgehende Kosten. Hierzu zählen zum Beispiel Hotelkosten, sofern Ihr Wohngebäude in Folge des Wasserschadens vorrübergehend unbewohnbar ist. Im Family-Tarif unserer Helvetia Wohngebäudeversicherung erstatten wir Ihrer Familie sogar bis zu 150 Euro Hotelkosten pro Tag für einen auf Monate begrenzten Zeitraum. Neben Hotelkosten können eventuell aber auch pauschal Arbeitsstunden, welche in notwendigen Aufräumarbeiten für den Versicherten anfallen, erstattet werden.

Wann übernimmt die Gebäudeversicherung den Wasserschaden?


Sollten die zuvor genannten Umstände des Wasserschadens nicht in den Versicherungsschutz der Hausratversicherung fallen, ist möglicherweise die Wohngebäudeversicherung zuständig. Diese kommt für Schäden auf, die am Gebäude selbst (z.B. Boden, Wände) bzw. an festen Bestandteilen des Gebäudes verursacht werden, z.B. durch den Austritt von Wasser aus schadhaften Heizungs- bzw. Sanitäranlagen. Die Wohngebäudeversicherung greift demnach bei Schäden an der Gebäudesubstanz, nicht jedoch bei Schäden an der Einrichtung oder sonstigem Mobiliar.

Damit bei Wasserschäden die Gebäudeversicherung bzw. deren Versicherungsschutz greift, muss es sich bei dem beschädigten Gebäude jedoch um ein tatsächlich genutztes und nicht leerstehendes Wohnhaus handeln. Wasserschäden an Rohbauten fallen so z.B. nicht unter den Versicherungsschutz der Wohngebäudeversicherung. Auch selten genutzte, dauerhaft unbewohnte Gebäude sind möglicherweise nicht versichert. Im Fall einer langen Abwesenheit müssen Verbraucher so z.B. gewissen Pflichten nachgekommen sein, um mit der Gebäudeversicherung bei Wasserschaden tatsächlich einen Anspruch auf Erstattung bei Ihrem Versicherer zu haben. Hierzu müssen Eigentümer und Vermieter beispielsweise regelmäßig alle wasserführenden Anlagen Instand halten – vor allem in der kalten Jahreszeit.

Sind die Umstände für eine Erstattung im Rahmen der Wohngebäudeversicherung gegeben, kommt bei Wasserschäden die Versicherung unter anderem für Kosten zur Beseitigung der Schadensursache, für Aufräumarbeiten und notwendige Reparaturen, aber auch für weitere Folgeschäden aufgrund des Wasserschadens auf.


Kostenübernahme bei Wasserschaden von Fall zu Fall unterschiedlich


Bei einem Wasserschaden eine Versicherung zu haben, die für die Kosten der durch Leitungswasser beschädigten Hausrat Gegenstände aufkommt, erspart Ihnen im Schadenfall ohne Frage einen größeren finanziellen Verlust.

Doch wann zahlt bei einem Wasserschaden die Versicherung überhaupt? Ein Wasserschaden liegt für die Versicherung dann vor, wenn Leitungswasser bestimmungswidrig an einer dafür nicht konzipierten Stelle austritt und dieser Schaden unbeabsichtigt auftritt (also z.B. durch technische Defekte oder Bruch des Rohrsystems innerhalb des Gebäudes).

Für Versicherungen ist Wasserschaden dabei jedoch nicht gleich Wasserschaden. In manchen Fällen kommt so Ihre Hausratversicherung bei Wasserschäden auf, in anderen Fällen greift eine Gebäudeversicherung und in wieder anderen Fällen schützt die Haftpflichtversicherung bei Wasserschäden. Um zu beantworten, wann welche Versicherung greift, müssen dabei Ursache und Ort des Wasserschadens berücksichtigt werden.

In diesen Fällen zahlt Ihre Hausratversicherung für den Wasserschaden


Eine Hausratversicherung greift bei einem Wasserschaden, der die im Gebäude oder in der Wohnung befindlichen Gegenstände bzw. das Mobiliar betrifft. Hierzu zählen zum Beispiel Ihr Wohnzimmerteppich, Elektronikgeräte, Ihr teures Sofa im Wohnzimmer oder auch Textilien. Ein Wasserschaden durch bestimmungswidrigen Austritt von Leitungswasser am Hausrat ist aber nur dann versichert, wenn er in der eigenen Wohnung bzw. dem eigenen Wohngebäude durch Frost oder sonstigen Bruch an Rohren oder Bestandteilen der Wasserversorgung zurückzuführen ist.

Folgende Anlagen und Bestandteile können betroffen sein:

  • Zu- oder Ableitungsrohre im Haus (Rohrbruch) und damit verbundenen Schläuche im Wohngebäude
  • Wasserzufuhr zu Klimaanlagen und Wärmepumpenheizungen im Haus
  • Beschädigte Zuflüsse von Waschmaschine, Geschirrspülmaschine, etc.

Nicht alle Wasserschäden an Ihrem Hausrat sind durch die Versicherung gedeckt. In folgenden Schadensfällen kommt zumindest die Hausratversicherung nicht für den Wasserschaden auf:

  • Schäden am Hausrat durch gestiegenes Grundwasser
  • Schäden am Hausrat durch Einregnen (z.B. durch ein offenes Fenster)
  • Schäden am Gebäude selbst oder an im Gebäude integrierten Installationen
  • Schäden am Hausrat, die nicht innerhalb, sondern außerhalb der Wohnung durch einen Wasserschaden verursacht werden
  • Schäden am Hausrat durch Reinigungswasser
  • Schäden durch Rückstau in der Kanalisation

Neben dem Versicherungsfall eines Wasserschadens am Hausrat greift Ihre Hausratversicherung im Übrigen auch bei vielen weiteren Schadensfällen, wie z.B. bei Einbrüchen, Diebstahl, Raub, Vandalismus, Brand, Sturm oder Blitzschlag.


Quellenangabe:

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