Schimmelschaden

Streitpunkt Nr. 1 zwischen Mieter und Vermieter - Teil 1

noah

August 24, 2020

Streitpunkt Nr. 1 zwischen Mieter und Vermieter - Teil 1

Wir alle wollen gesund leben und Energie sparen. Dabei spielt das Thema Schimmel eine große Rolle. Denn Schimmelpilze gefährden nicht nur unsere Gesundheit. Schimmelbildung ist auch Teil eines Komplexes, der eng mit dem Heizen und Lüften von Innenräumen sowie mit energieeffizienten Sanierungsmaßnahmen zusammenhängt. All dies hat Auswirkungen auf das Raumklima.
Obwohl den meisten Menschen klar ist, dass es hier einen Zusammenhang gibt, kommt es oft zu Missverständnissen. Denn sobald es ins Detail geht, fehlt es an Wissen. Mit diesem Blog möchten wir deshalb für mehr Klarheit sorgen.

Nach einer Studie von Innofact im Auftrag von Immobilienscout24 aus dem Jahre 2013 mindern rund 4,5 Mio. Mieter die Miete – davon 3,1 Mio. wegen Schimmel und feuchter Wände, Tendenz steigend.

Doch muss es zu dieser Häufigkeit von Mietstreitigkeiten aufgrund von Schimmelschäden kommen? Sowohl Mieter als auch Vermieter sollten die tatsächlichen Ursachen für Schimmelbildung und Feuchtigkeitsschäden ins Auge nehmen und mögliche Lösungen finden. Dazu muss man die Natur des Schimmels verstehen und wissen, wie Schimmel überhaupt entsteht.
Schimmelsporen sind ein natürlicher Bestandteil der Raumluft. Die Maßeinheit für die Konzentration von Mikroorganismen wie zum Beispiel Schimmelsporen lautet Kolonie bildende Einheiten (KBE). 200 KBE Sporen in 1 m³ Luft gelten als unbedenklich. Dennoch warten die Sporen nur darauf, eine entsprechende Nahrungsquelle befallen zu können, um sich ungezügelt zu vermehren. Gibt es dort aber keine Feuchtigkeit, hat der Schimmel auch keine Chance, sich zu entwickeln. Erhöhte Feuchtigkeit kann aufgrund baulicher Mängel oder falschen Lüftungsverhaltens Innenräume belasten. Doch auch der Klimawandel kann dazu beitragen. Zu diesem Schluss kommt eine im März 2014 veröffentlichte Studie des Landes Steiermark/Österreich. Demnach ist Sommerkondensation in Wohnräumen möglich und aufgrund regionaler Witterungsbedingungen mal mehr und mal weniger weit verbreitet.
Egal wo sie herkommt – man muss unbedingt die Feuchtigkeit in den Griff bekommen und dafür sorgen, dass keine gefährlichen Emissionen aufgrund von Schimmelschäden in die Raumluft gelangen. Somit schafft man ein gesundes Raumklima.

Was ist Schimmel und wie entsteht er?

Bevor Wohnungsschimmel entsteht, die Bewohner eines Hauses die schwarzen Flecken an den Wänden sehen oder den muffigen Geruch wahrnehmen, muss etwas passiert sein. Schimmelsporen haben sich in der Wohnung eingenistet. Der Schimmel hat sich vermehrt und ist aufgrund von ausreichendem Nährstoffangebot gewachsen. Doch welche Nährstoffe findet Schimmel in normalen Wohnungen vor? Um diese Frage beantworten zu können, muss man wissen, was Schimmel überhaupt ist.

Schimmelpilze

Schimmel ist die umgangssprachliche Bezeichnung für Schimmelpilze. Rund 100.000 Schimmelpilzarten sind bekannt. Die Wissenschaft vermutet aber, dass es etwa 250.000 Arten gibt. Manche dieser Pilze sind Nützlinge und finden in der Medizin (als Antibiotikum) oder in der Gastronomie (zur Veredelung von Schimmelkäse) Verwendung. Andere Schimmelpilze sind gesundheitsgefährdend. Ihre Sporen lösen in erhöhter Konzentration Allergien oder chronische Atemwegserkrankungen aus. Giftige Stoffwechselprodukte, die sogenannten Mykotoxine, können die inneren Organe schädigen oder sind krebserregend.
Schimmelpilze bestehen aus einem Geflecht, dem Myzel. Dieses Myzel ist die Summe der Hyphen, kleiner, fadenförmiger Zellen. Das Myzel ist in der Regel nicht sichtbar, da Schimmelpilze – genauso wie Champignons oder Fliegenpilze – im Verborgenen wachsen. Das, was als Schimmelbefall sichtbar wird, sind die Fruchtkörper (Konidien). An den Konidien wachsen die Sporen, mit deren Hilfe sich die Pilze (in der Regel ungeschlechtlich) fortpflanzen.

Schimmelpilze verwerten organisches Material. In der Natur kommt Ihnen eine große Bedeutung in der Zersetzung toter Materie zu. In der Wahl ihrer Nahrung sind Pilze nicht gerade wählerisch. Deshalb findet Schimmel in Innenräumen ein reichhaltiges Nahrungsangebot in Form von Tapeten, Wandputz, Dämmung, Schränken, Papier, Kleidung und sogar Staub vor.

Grundsätzlich können Wohnungsnutzer nicht verhindern, dass ausreichend Nährstoffe für Schimmelpilze vorhanden sind – ansonsten müssten wir unsere Wohnungen in sterile Reinräume umgestalten.

Schimmel und Feuchtigkeit

Feuchtigkeit ist der einzige Faktor, den Wohnungsnutzer regulieren können, um Schimmelbildung zu verhindern. Alle anderen Bedingungen, die Schimmelpilzen das Überleben ermöglichen, sind kaum oder gar nicht zu beeinflussen.
Nistet sich eine Schimmelspore an einer für den Pilz günstigen Stelle einer Wohnung ein, da hier ein ausreichendes Nährstoffangebot vorhanden ist, reicht es aus, wenn die relative Luftfeuchtigkeit an der Oberfläche des betroffenen Bauteils oder Gegenstandes bei rund 80 Prozent liegt. Für die Schimmelspore ist dann der Startschuss gefallen, um wachsen zu können. Je nach Schimmelart können sich die Auswirkungen innerhalb weniger Tage oder Wochen in Form von schwarzen Flecken an Wänden, Decken oder Möbeln zeigen.
Wenn der Schimmel erst einmal gewachsen ist, benötigt er weniger Feuchtigkeit. Ihm reichen nun 70 Prozent relative Luftfeuchtigkeit aus, um sein Unheil treiben zu können. Es ist also wichtig, die Feuchtigkeit in Wohnungen und Häusern regelmäßig zu kontrollieren und entsprechende Maßnahmen zu treffen, um diese deutlich unter 70 Prozent zu halten.
An kühleren Stellen der Wohnung kann die relative Luftfeuchtigkeit höher ausfallen als in der Raummitte. Es kann gut sein, dass je nach Bauart des betroffenen Gebäudes eine relative Luftfeuchtigkeit in der Raummitte von maximal 40 Prozent nicht überschreiten sollte, da an kälteren Stellen der Wohnung (zum Beispiel in den Ecken) schon 70 Prozent relative Luftfeuchtigkeit erreicht werden, da die kühlere Luft weniger Wasser aufnehmen kann und somit die relative Luftfeuchtigkeit ansteigt.

Aus diesem Grund sollten Wohnungsnutzer ermitteln, wie kühl die kälteste Stelle in ihrer Wohnung werden könnte. Mit entsprechenden Berechnungstools von noah ist das für Jedermann ganz einfach.

Nach einer Studie des Fraunhofer Institut: Jede fünfte Wohnung in Deutschland weist Feuchtigkeitsschäden oder gar Schimmel auf!

Feuchtigkeitsquellen

Woher kommt überhaupt die Feuchtigkeit, die den Schimmel zum Wachsen bringt?
Diese drei Quellen sind die Verursacher der Feuchtigkeit:

  • Defekte Bauteile
  • Wohnungsnutzer durch ein falsches Lüftungs- & Heizungsverhalten
  • Außenklima

Quellenverzeichnis:

Weiterführende Literatur:

  • Amt der steiermärkischen Landesregierung (Hsg.): „Sommerkondensation in Wohnräumen“, Graz, März 2014.
  • Volker Druschke: „Wohnraumschimmel – Ursachenanalyse, Vermeidung, Sanierung“, Köln, 2015.
  • Jürgen Ulrich/Tim Treude: „Schimmelpilz und Mietrecht“, Berlin, 1. Auflage Juli 2013.
  • Thomas Trepnau: „Das Geheimnis der feuchten Wand – Mietminderung, ein Ratgeber für Vermieter“, Regensburg, 1. Auflage Juni 2009.
  • Umweltbundesamt (Hsg.): „Leitfaden zur Vorbeugung, Untersuchung, Bewertung und Sanierung von Schimmelpilzwachstum in Innenräumen“, Berlin, 2002.

Sonstige Quellen:

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